Die derzei­tige Situation macht Face-to-face-Coaching­pro­zesse, Thera­pie­sit­zungen und andere Entwick­lungs­ge­spräche in den meisten Fällen unmöglich. Eine Alter­na­tive stellen digital durch­ge­führte Coachings dar. Damit diese den Nutzen stiften, den Sie sich als Durch­füh­rende von diesen digitalen Inter­ven­tionen erhoffen, gilt es einige grund­le­gende Dinge zu beachten. Diese möchte ich Ihnen gerne im Folgenden näher­bringen.

Der Ausgangs­punkt: Finden Sie einen positiven Zugang zum digitalen Coachen

Zunächst einmal sollten Sie sich mit dem neuen Medium zur Durch­füh­rung Ihrer Gespräche vertraut machen und versuchen, noch bestehende Zweifel an der Wirksam­keit und Nachhal­tig­keit von Online-Coachings zu besei­tigen. Der Stand der Forschung in diesem Gebiet zeigt recht eindeutig, dass gut umgesetzte Online-Coaching­pro­zesse ihren persön­lich durch­ge­führten Pendants bezüglich der Wirksam­keit in nichts nachstehen. Nachzu­lesen ist dies vor allem in den Forschungs­ar­beiten von Prof. David Ebert und Kollegen (Link). Dieser Punkt ist wichtig, da Ihre Klient*innen es bewusst oder unbewusst wahrnehmen werden, wenn Sie nicht wirklich von digitalen Coachings überzeugt sind, sondern diese nur als Notbehelf in Zeiten von Kontakt­be­schrän­kungen ansehen.

Nutzen Sie die neuen Möglich­keiten

Digital zu coachen, ist nicht per se ein Nachteil, es eröffnet auch ganz neue Möglich­keiten. Daher sollten Sie beim Umstieg in die digitale Welt nicht einfach alle Schritte eins zu eins aus der „alten“ analogen Welt in die digitale übertragen, sondern sich fragen: Was kann und will ich jetzt anders machen? Drei Begriffe charak­te­ri­sieren die Vorteile von Online-Coachings sehr treffend: Schnell, einfach, flexibel. Hier ein paar Vorschläge, wie Sie diese Vorteile nutzen können:

  • Kürzere und dafür häufigere Coaching­sit­zungen
  • Spontane „Blitz­lichter“, also z.B. Gespräche direkt nach einem wichtigen Ereignis oder Durch­bruch
  • Inten­si­vere Nutzung von Infor­ma­tionen, Medien und digitalen Dokumenten (z.B. aus dem Internet), die schnell und einfach jederzeit abgerufen und gemeinsam betrachtet werden können
  • Nutzung von digitalen Analy­se­ver­fahren (z.B. Persön­lich­keits­tests) als Grundlage der Gespräche, deren Ergeb­nisse gemeinsam digital bearbeitet werden können

Verwenden Sie passende Tools für Ihre Coachings

Schon mit den momentan gängigsten Video­kon­fe­renz-Tools wie Zoom oder Microsoft Teams können Ihre digitalen Coachings gelingen, da diese Instru­mente inzwi­schen eine Fülle verschie­dener Funktionen anbieten, die für digitale Gesprächs­pro­zesse nützlich sind (z.B. Video, Chat, Bildschirm teilen, Dateien austau­schen). Aller­dings bieten diese Anbieter keine coaching­spe­zi­fi­schen Funktionen. Hierfür können Sie auf kosten­pflich­tige Angebote wie das LINC COACHING BOARD oder CAI World zurück­greifen, die spezielle Funktionen für die Durch­füh­rung digitaler Coaching­pro­zesse anbieten. Hierzu gehören z.B. digital umgesetzte Coaching­me­thoden, auf die zugegriffen werden kann, die Visua­li­sie­rung und Speiche­rung der Ergeb­nisse oder ein Archiv mit den gängigsten Kommu­ni­ka­ti­ons­mo­dellen, die Sie dann jederzeit im Coaching präsen­tieren können, um z.B. Kommu­ni­ka­ti­ons­pro­bleme verständ­lich zu machen.

Schaffen Sie einen digitalen Coaching-Raum, den Ihre Klient*innen jederzeit betreten können

Im besten Fall helfen Ihnen die oben beschrie­benen Maßnahmen, Ihren Klient*innen etwas wirklich Neues anzubieten und nicht nur das Medium zu wechseln. Stellen Sie sich hierfür einen Coaching-Raum vor, der

… über ein unbegrenztes Archiv an Infor­ma­tionen verfügt,

… in dem alle Ergeb­nisse Ihrer Coachings abgespei­chert werden können und den Ihre Klient*innen auch jederzeit ohne Sie betreten können, um sich die Ergeb­nisse zwischen­durch anzuschauen,

… der es möglich macht, von überall und jederzeit zu coachen und

… der einen riesigen Werkzeug­koffer mit allen gängigen Coaching­me­thoden für Sie bereit hält.

Auf diese Art betrachtet erscheint die schöne neue Coaching­welt doch auf einmal durchaus attraktiv oder wie sehen Sie das?

 

Ihr

Dr. Ronald Franke

 


Über den Autor:

Dr. Ronald Franke ist Geschäfts­führer der LINC GmbH, promo­vierter Wirtschafts­psy­cho­loge und zerti­fi­zierter syste­mi­scher Coach. Als Berater und Trainer war er für Unter­nehmen aus den Bereichen Automo­tive, Pharma Maschi­nenbau und Handel tätig. Sein Wissen gibt er außerdem seit über 10 Jahren als Dozent an Hochschulen weiter (u. a. Leuphana Univer­sität Lüneburg, FOM Hamburg).


 

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