Sie haben sich bei einem Unter­nehmen beworben und sind aufge­for­dert, vor dem Bewer­bungs­ge­spräch einen Persön­lich­keits­test auszu­füllen? Wahrschein­lich fragen Sie sich dann wie viele Ihrer Mitstreiter: Wie beant­worte ich den Persön­lich­keits­test, um perfekt dazustehen – schließ­lich will ich ja die Stelle haben? Was darf ich auf keinen Fall angeben, womit ich mich sofort disqua­li­fi­ziere? Keine Angst, es gibt ein paar ganz einfache Tipps, wie Sie jeden Persön­lich­keits­test richtig beant­worten!

Die Zauber­formel für jeden Persön­lich­keits­test

Das große Geheimnis zu lüften, bedarf in Wahrheit keiner großen Anstren­gung: Es stimmt, dass Sie einen Persön­lich­keits­test mit Bedacht fälschen können. Und ja, Sie können dadurch ein Bild von Ihrer Persön­lich­keit so zeichnen, dass es Ihrer Vorstel­lung nach ideal zu dem Unter­nehmen und der Stelle passt. Die Wissen­schaft nennt dies „faking good“ bezie­hungs­weise ein sozial erwünschtes Antwort­ver­halten.

Nehmen wir jetzt einmal an, Sie sind sich Ihrer Möglich­keit zum „faking good“ bewusst und fälschen den Persön­lich­keits­test, den das Unter­nehmen Ihnen zugeschickt hat. Welche (Er-)Folge erzielen Sie damit? Im Idealfall entscheidet sich das Unter­nehmen für Sie und Sie denken sich: „Alles richtig gemacht – ich habe den Persön­lich­keits­test ‚richtig‘ beant­wortet.“ Doch was passiert in der Folge? Die Persön­lich­keit, die Sie vorgeben zu sein, und Ihre wahre Persön­lich­keit unter­scheiden sich. Daher müssen Sie sich dauerhaft anstrengen, um den Schein aufrecht zu erhalten. Ihre wahren Einstel­lungen, Wünsche, Gedanken und Verhal­tens­ten­denzen stehen im Konflikt mit denen, die Ihrer gefälschten Persön­lich­keit entspringen. Wissen­schaft­lich betrachtet entsteht hier eine sogenannte kognitive Dissonanz (Lesen Sie in unseren Psyfacts mehr über kognitive Disso­nanzen). Weil Sie sicher intel­li­gent sind, finden Sie kurzfristig Strate­gien, um diesen inneren Konflikt zu lösen (in der Psycho­logie als Coping bezeichnet — Lesen Sie in unseren Psyfacts mehr über Coping). Doch langfristig machen sich Gedanken breit wie: „Wenn ich ehrlich bin, passt die Unter­neh­mens­kultur gar nicht so gut zu mir. Im Grunde sind mir andere Werte wichtig als die, die sich das Unter­nehmen auf die Fahne schreibt.“ Kurzum: Die Unzufrie­den­heit in Ihnen wächst und den Persön­lich­keits­test zu fälschen, hat Ihnen im Endeffekt nichts gebracht.

Nutzen Sie daher direkt jetzt Ihre Chance und beant­worten Sie Ihren Persön­lich­keits­test wirklich richtig. Machen Sie sich dafür folgende Punkte bewusst:

5 Tipps, wie Sie einen Persön­lich­keits­test richtig beant­worten

  1. Denken Sie an Ihre Zukunft – fragen Sie sich: Will ich einen Arbeit­geber, der zu mir als Person passt oder einen, bei dem ich mich verstellen muss? Wie wichtig ist es mir, mich bei meinem Arbeit­geber (auch langfristig) wohlzu­fühlen?
  2. Gewinnen Sie an Locker­heit – machen Sie sich bewusst: Jedes Persön­lich­keits­profil hat seine Stärken und Vorteile. Bei einem Persön­lich­keits­test gibt es daher keine richtigen oder falschen Antworten.
  3. Blicken Sie auf sich – reflek­tieren Sie: In welchen Situa­tionen fühle ich mich wohl und warum fühle ich mich darin wohl? Wie gehe ich gerne vor? Was ist mir wichtig? Welche Tätig­keiten liegen mir besonders und welche weniger?
  4. Seien sie authen­tisch, offen und ehrlich – es kommt sowieso raus. Denn geschulte Personaler*innen merken im Bewer­bungs­ge­spräch schnell, ob Sie ihnen die Wahrheit erzählen.
  5. Antworten Sie spontan – antworten Sie aus dem Bauch heraus. So gelingt es Ihnen am besten, ehrlich zu antworten und Ihre Vorstel­lungen darüber, wie der perfekte Stellen­in­haber aussieht, leise werden zu lassen.

 

Das Geheimnis, wie Sie jeden Persön­lich­keits­test richtig beant­worten, ist also viel einfacher zu lüften als vielfach vermutet: Antworten Sie so, wie es auf Sie wirklich zutrifft und Sie machen alles richtig.

 


Über die Autorin:

Luisa Popp ist seit Oktober 2020 als Wirtschafts­psy­cho­login bei der LINC GmbH tätig. Sie studierte Wirtschafts­psy­cho­logie im Bachelor und Manage­ment und Human Resources im Master jeweils an der Leuphana Univer­sität Lüneburg.


 

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